von Rabea Sonnenberg

Handball - TuS Bramsche und Cheftrainer Dennis Kötter gehen getrennte Wege

Bereits im Dezember 2017 hatte der Bramscher Handballvorstand gute Gespräche mit Dennis Kötter geführt und war schnell von ihm überzeugt. Abteilungsleiter Karsten Mühlmeier fasst zusammen: „Dennis hat stets Interesse daran gezeigt, Spieler individuell weiterzuentwickeln und junge Spieler gezielt an die Leistungsklassen im Seniorenbereich heranzuführen. Seine Verpflichtung zur aktuellen Saison geschah unabhängig von der sportlichen Entscheidung, in welcher Klasse unsere erste Herrenmannschaft in der aktuellen Saison antreten darf.“

Nach dem unerwarteten, aber verdienten Bramscher Aufstieg mit einer jungen Mannschaft, die die Landesliga nicht dominierte, aber viel Talent besitzt, übernahm dann Kötter den Trainerposten. Leider gelang der Start in die Verbandsliga letztlich nicht. Trotz einiger guter Leistungen wurden drei Spiele mit nur einem Tor Unterschied verloren, sodass die Mannschaft aktuell mit 3:21 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz steht.

Kötter dazu: „Dass in dieser Situation was passieren muss, ist allen Beteiligten völlig klar. Größer darf der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze nicht werden.“ Der Übungsleiter geht ohne Groll und betont: „Ich habe mit allen Ansprechpartnern aus erster und zweiter Mannschaft, A-Jugend und Vorstand von Beginn der Zusammenarbeit an immer ein offenes und sehr vertrauenswürdiges Verhältnis gepflegt. Wir haben uns immer wieder über die sportliche Situation ausgetauscht und schon seit der Vorbereitung an verschiedenen Stellschrauben in und um die Mannschaft herum gedreht. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Angesichts der prekären sportlichen Situation beschlossen Vorstand und Trainer dennoch, dass eine Trennung die beste Entscheidung ist und der Mannschaft vielleicht den entscheidenden Impuls gibt, der in den engen Spielen noch gefehlt hat. Kötter unterschätzte die sportliche Herausforderung in der neuen Liga nie: „Uns allen war klar, dass die Aufgabe nicht einfach wird. Einige Abgänge innerhalb der Mannschaft und leider auch einige längere Ausfälle erschweren das Ziel Klassenerhalt in einer sehr starken und ausgeglichenen Verbandsliga. Dennoch haben wir uns nach jeder Niederlage als Mannschaft zusammengesetzt, neu eingestellt und es gegen einige Gegner richtig gut gemacht. Nur leider zählt das, was wirklich auf dem Papier steht, und das sind nun mal drei Punkte und nicht zehn. Dafür bin ich als Trainer verantwortlich! Ich bin ein sehr ehrgeiziger Trainer, der mit dieser Mannschaft einige Visionen hatte. Im Nachhinein muss ich mich selbst fragen, ob ich zu viel auf einmal wollte und die Dinge hätte anders angehen sollen.“

Die Art und Weise der letzten Niederlagen änderte die innere Sichtweise des Trainers: „War ich mir anfangs noch sicher, dass wir die nötigen Punkte noch holen würden, wenn wir gemeinsam an einigen Dingen weiter hart arbeiten, so hatte ich in den letzten zwei Wochen nicht mehr das Gefühl, die Mannschaft so zu erreichen, wie es sein sollte. Ich glaube, dass der Mannschaft nur noch ein kleiner Impuls fehlt, ihre Qualität ist unbestritten.“

Der Vorstand der Handballabteilung ist bemüht, möglichst zeitnah eine zukunftsfähige Lösung zu präsentieren. Aktuell werden mehrere Optionen geprüft. Dem neuen Mann an der Seitenlinie wünscht Kötter Erfolg: „Wenn der entscheidende Impuls der ist, dass jemand neues unbefangen an die Sache herangeht, möchte ich dem nicht im Wege stehen. Ich wünsche der Mannschaft wirklich von Herzen, dass sie den Klassenerhalt schafft. Ich möchte mich bedanken, dass ich die Möglichkeit hatte, mit so vielen talentierten Spielern zu arbeiten, und auch für die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Und nicht zuletzt den Zuschauern möchte ich meine Dankbarkeit aussprechen, die uns wirklich in jeder Lage unterstützt haben. Ich wünsche mir, dass die Unterstützung der Mannschaft auch im neuen Jahr so weitergeht!“

Mühlmeier äußert sich ähnlich: „Sowohl wir als Vorstand als auch der scheidende Trainer Dennis Kötter sind uns sicher, dass dieses junge talentierte Team mit seinem guten Unterbau im Jugendbereich mittelfristig in die Verbandsliga gehört und über ausreichend Potential verfügt. Selbstverständlich wird es in der bevorstehenden Rückrunde ausgesprochen schwierig, ausreichend zu punkten und den entstandenen Rückstand auf die Konkurrenz aufzuholen. Aber: Wir glauben an die Stärke unseres Teams und werden alle Kräfte bündeln, um diese Herausforderung gemeinsam zu meistern. Dafür bauen wir auch weiterhin auf die tolle Unterstützung in den Spielen von der Tribüne!“

Die Betreuung der A-Jugend-Youngsters übernimmt bis auf Weiteres Christoph Müller. Das Bramscher Urgestein hatte als Spielertrainer die Herrenmannschaft vor Kötters Antritt gemeinsam mit Maik Podszuweit zum Aufstieg geführt.

Am Ende seiner Ausführungen hebt Mühlmeier noch den professionellen Umgang aller Beteiligten hervor: „Im Namen des Abteilungsvorstandes und der gesamten Bramscher Handballfamilie bedanke ich mich in aller Form bei Dennis für seinen Einsatz und seine kooperative Haltung in dieser schwierigen Phase. Ich bin mir sicher, dass wir bald Dennis‘ erfolgreiche Arbeit in einem anderen Verein verfolgen dürfen und wünschen ihm und seiner jungen Familie alles Gute!“

Das Spiel gegen die HSG Barnstorf/Diepholz II findet wie geplant am 15. Dezember 2018  statt. Abfahrt des Fan-Busses ist um 16:45 Uhr am Bramscher Schulzentrum.

Text: Andreas Schüßler, Pressewart Handball, TuS Bramsche
Foto: noz.de
Bildunterschrift: Für Dennis Kötter (stehend) ist die Zeit an der Bramscher Seitenlinie abgelaufen.

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